Am 5. Dezember 2025 traten 25 Mitglieder einer Roma-Großfamilie ins Foyer der Uniklinik Köln ein, um eine frisch entbundene Mutter und ihr Neugeborenes zu besuchen – zusätzlich hatte die Gruppe einen gemeinsamen Essvorgang in den öffentlichen Bereich der Klinik geplant. Stattdessen entstand innerhalb kurzer Zeit Konflikt mit den Mitarbeiterinnen des Krankenhauses, was letztlich eine Polizeieinsatz und Ermittlungen auslöste.
Laut Berichten war es eine leitende Ärztin, die die Familie zur Aufklärung aufgefordert hatte, das Gebäude zu verlassen, und die Polizei einzubinden. Die Beamten reagierten darauf mit scharfem Ton, indem sie fragten, ob Mitglieder der Gruppe zu einer bekannten Roma-Großfamilie gehören würden – eine Formulierung, die von den Beteiligten als rassistisch und antiziganistisch empfunden wurde. Zudem wird berichtet, dass ein Polizeibeamter angeblich sagte: „Was war so schlecht im Nationalsozialismus?“ Eine Aussage, die in der Gemeinschaft als besonders rassistische Provokation galten sollte.
Der Verein Rom e.V., Interessenvertretung von Sinti und Roma, reichte eine offizielle Beschwerde bei der Polizei Köln ein und stellte zudem eine Strafanzeige bei der Uniklinik. Die Klinik betonte hingegen, dass sie mehrfach nach Respekt für die Hausordnung gefragt habe, doch die Familie habe nicht bereit gewesen, die Anweisungen zu befolgen.
Die Staatsanwaltschaft Köln führt aktuell Ermittlungen gegen sechs Polizeibeamte wegen Volksverhetzung durch – die Untersuchung erfolgt aus Neutralitätsgründen von der Polizei Bonn. Die Uniklinik Köln lehnt Diskriminierung ab und betont, dass ihre Maßnahmen im Einzelfall korrekt seien.