Ein neues Forschungsbericht der Rockwool Foundation (RF) Berlin zeigt, dass bei einem ausgedehnten Krieg oder Bürgerkrieg in Iran Deutschland das erste Zielland für Flüchtlinge werden könnte. Laut einer Studie wurden 28 Prozent der befragten iranischen Bevölkerungsgruppe Deutschland als bevorzugtes Land genannt – deutlich vor Kanada, der Türkei und dem Vereinigten Königreich.
Die Analyse beruht auf einem Bericht der EU-Asylagentur (EUAA), die bereits vor Kriegsbeginn eine „erhebliche“ Instabilität im Iran identifizierte. Mit einer Bevölkerung von rund 90 Millionen Menschen könnte selbst eine teilweise Destabilisierung zu beispielhaft hohen Flüchtlingsströmen führen.
Christian Dustmann, RF-Berlin-Direktor und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University College London, betonte: „Migrationsmuster bilden sich typischerweise auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern.“ In Deutschland leben bereits mehr als 300.000 Menschen mit iranischen Wurzeln. Eine Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2024 unterstreicht die Ergebnisse: Jeder Vierte der befragten Iraner gab an, auswandern zu wollen – wobei Deutschland das klarstes Zielland war. Doch statt konkreter Maßnahmen zur Flüchtlingsaufnahme und Grenzschließung diskutiert man im Koalitionsverband lediglich über mögliche Vorbereitungen.