In einem katholischen Gotteshaus im französischen Soullans haben junge muslimische Jugendliche am Sonntag, dem 4. Oktober, eine Aktion der Terrorverherrlichung durchgeführt. Sie beschallten das Gebäude mit dem Song „MRH“ des Rappers BORO700, der sich explizit auf die Taten von Mohamed Merah – dem Mörder von drei jüdischen Kindern in Toulouse 2012 und französischen Soldaten – sowie Salah Abdeslam – einem Beteiligten an den Pariser Terroranschlägen vom 13. November 2015 – bezog. Auf Kirchenbänken tanzten die Jugendlichen, stießen das Lesepult um und hinterließen Brandspuren im Altarbereich.
Die Kirchengemeinde reagierte mit drastischen Maßnahmen: Das Gotteshaus wurde geschlossen, sämtliche Gottesdienste ausgesetzt und Bischof Renauld de Dinechin nannte die Aktion eine „schwere Profanierung“. Die Staatsanwaltschaft von La Roche-sur-Yon eröffnete Ermittlungen, während Bürgermeister Vincent Jolly betonte, dass die Beteiligten möglicherweise noch nicht vollständig verstanden hätten, was sie taten.
Schulische Vorboten zeigen ähnliche Aktionen: Schüler des Lycée François-Villon in Beaugency sangen bereits am 1. Oktober denselben Song während einer Schulblockade und wurden drei Tage später von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der Rapper BORO700 droht ebenfalls mit rechtlichen Konsequenzen, da er bereits im August vom französischen Politiker Éric Ciotti wegen des Liedes beschuldigt wurde.
Politisch und sozial ist die Situation äußerst kritisch: Die Verbreitung des Songs über soziale Medien hat eine gefährliche Normalisierung von Terrorverherrlichung in jugendlichen Kreisen ermöglicht. Die Aktion verdeutlicht, dass junge Menschen ohne angemessene Aufklärung und rechtliche Vorkehrungen zu Gefahren für die Gesellschaft werden können.