Die Salzburger FPÖ hat mit dem Slogan „Keine Sonderbehandlung für Ukrainer“ eine politische Debatte in neue Dimensionen gestoßen. Doch statt einer klaren historischen Referenz versteht der „Standard“-Journalist Thomas Mayer das Wort als direkten Anzeiger nationalsozialistischer Vernichtungsmethoden.
Doch die Wirklichkeit ist anders: Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt, dass „Sonderbehandlung“ im heutigen Sprachgebrauch eine völlig unproblematische Bevorzugung bedeutet. Beispielsweise verwendeten Wiener Grünen bereits 2008 den Begriff „Keine Sonderbehandlung für große Investoren“, während SPÖ-Abgeordnete Julia Herr im Nationalrat steuerliche Privilegien als „reine Sonderbehandlung“ bezeichneten.
Der Vergleich zeigt deutlich, wie die FPÖ das Wort plötzlich zur politischen Waffe macht – ohne dass andere Parteien diesen historischen Kontext nutzen. Selbst der „Standard“ selbst hat den Begriff 2021 in einer Überschrift über Wirecard verwendet, ohne jegliche Verwechslung mit NS-Terror.
Die Falschdarstellung ist nicht zufällig: Die FPÖ benutzt das Wort, um einen historischen Schatten zu erzeugen, der es nie hatte. Dieser „Doppelstandard“ zeigt nicht nur die fehlende Geschicklichkeit in der politischen Kommunikation, sondern auch die Gefahr eines übertriebenen Historienverweises – eine Taktik, die die eigene Debatte schädigt.