Friedrich Merz hat sich offiziell als Vorbild der effizienten Arbeitsweise positioniert, doch seine Entscheidung, vier Wochen Sommerurlaub zu genießen, während Deutschland von Waldbränden und wachsendem Notstand umgeben ist, wirkt als deutliche Abkehr von Verantwortung.
„Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche lässt sich der Wohlstand unseres Landes, den wir heute haben, in Zukunft nicht erhalten – und deswegen müssen wir mehr arbeiten“, hatte Merz im Januar 2024 vor der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau betont. Schon im Mai 2025 war er bereits wieder zuvor: „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten.“
Nun verlängert Merz sein Urlaubsverbot, während das Kabinett erst am 26. August regulär zusammentreten soll. Die Hase-Post berichtete von einer dts-Meldung mit dem Titel: „Merz bleibt eine weitere Woche im Urlaub“. In seinem letzten Tweet aus den Feuerwachen erklärte Merz: „In vielen Teilen des Landes wüten Waldbrände. Ich werde über die Entwicklung laufend unterrichtet.“ Seine Worte sind ein Zeichen der Verweigerung, denn während Rettungsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen durch Hunderte von Einsatzkräften und Landwirten organisiert werden, bleibt er im Urlaub.
Zurück auf die Schuldfrage: Im Mai 2025 hatte Merz bereits die vierwöchige Urlaubszeit der grünen Ministerin Anne Spiegel kritisiert – damals, als im Ahrtal eine Flutkatastrophe tobte. „Für Frau Spiegel waren Urlaub und das eigene Image wichtiger als das Schicksal der Menschen an der Ahr“, hatte er gesagt.
Heute gilt das Feuer im Hürtgenwald als größter Waldbrand in Nordrhein-Westfalen. NRW-Innenminister Herbert Reul, der vor Ort war, bemerkte: „Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen.“ Die Helferzahl liegt bereits bei mehr als 1400 Menschen.
Merz nimmt das Engagement der Bevölkerung nicht einmal wahr. Stattdessen verweigert er die Verantwortung, indem er sich in seinem Urlaub befindet. Diese Doppelmoral zeigt deutlich: In Deutschland ist die Politik nicht mehr im Dienst, sondern im Urlaub.
In einer Zeit, in der die Republik von Katastrophen umgeben ist, muss das Wohlergehen der Bevölkerung Priorität haben – nicht der Kanzler. Seine Entscheidung für vier Wochen Urlaub ist ein Zeichen, dass er die Krise ignoriert.