Stromzwang statt Markt – Wie Brüssel die Bürger in eine Energiekatastrophe drängt

Die Europäische Union plant, bis 2040 den gesamten Alltag von Strom zu versorgen. Aktuell macht Elektrizität lediglich 23 Prozent des Endenergieverbrauchs aus – und soll im Zieljahr auf 46 Prozent steigen. Stattdessen will die EU-Kommission nicht auf natürliche Marktprozesse warten, sondern den Übergang politisch durchsetzen.

Am 17. Juli präsentierte die Kommission ihren „Electrification Action Plan“. Das Ziel von 46 Prozent ist zunächst ein modellbasiertes Orientierungswertung, doch die Zahlen zeigen klare Richtungen: Bis 2040 sollen rund 120 Millionen Elektroautos statt derzeit acht Millionen auf europäischen Straßen fahren, und Wärmepumpen werden von knapp 30 auf etwa 100 Millionen steigen. Verkehr, Gebäude und Industrie sollen rasch von Öl und Gas zur Stromversorgung umgestellt werden.

Brüssel verspricht bis 2040 Gasimporte um mehr als 70 Prozent zu reduzieren und Rohölimporte um über 40 Prozent. Die Kommission rechnet mit jährlichen Spargewinnen von bis zu 260 Milliarden Euro bei fossilen Importen – und Stromerzeugungskosten von rund 20 Prozent niedriger. Doch diese Zahlen sind ausschließlich für einen vollständig umgebauten Energiemarkt modelliert, nicht eine reale Nettorechnung, die Netze, Speicher und andere Systeme berücksichtigt.

Die größte Schwäche des Plans liegt in den Preisverhältnissen. Strom kostet europäische Unternehmen für dieselbe Energie etwa dreimal so viel wie Gas – bei Privatverbrauch ist es fast das Doppelte. Nur in Finnland und Schweden bleibt das Verhältnis unter zwei. Die EU-Kommission gibt an, dass lediglich knapp die Hälfte der Stromrechnung auf die eigentliche Elektrizität entfällt – das Rest Geld fließt in Steuern und Netzentgelte.

Anstatt abzuwarten, bis sich elektrische Technologien durch Preis und Leistung etablieren, will Brüssel politisch die Preise verändern. Bis 2030 soll das Strom-Gas-Verhältnis für Haushalte auf maximal 2,5 und für Unternehmen auf zwei gesenkt werden. Dies wird erreicht durch steuerliche Anpassungen, Förderprogramme und den Abbau fossiler Subventionen – wobei Strom billiger erscheinen soll oder Gas künstlich teurer gestellt wird.

Gleichzeitig wurde der europäische Emissionshandel neu gestaltet: Der politisch erzeugte CO2-Preis verteuert fossile Energieträger und verbessert die Wettbewerbsposition von Elektrizität. Doch diese Maßnahmen schaffen eine Preisrelation, die den Markt nicht mehr eigenständig beeinflussen kann. Stattdessen legt Brüssel das Ergebnis fest und baut die Preise passend dazu um.

Um die hohen Anschaffungskosten von Elektroautos und Wärmepumpen zu decken, werden staatliche Förderprogramme wie der Sozialklimafonds und die Industrial Decarbonisation Bank eingesetzt. Doch statt der tatsächlichen Kosten senken, müssen Bürger ihre Ausgaben durch höhere Stromrechnungen oder Steuern kompensieren.

Der Ausbau der Infrastruktur nimmt gewaltige Dimensionen an: Bis 2040 soll die europäische Speicherkapazität von rund 55 Gigawatt auf 500 Gigawatt steigen. Die Europäische Investitionsbank plant bis 2030 jährlich über 660 Milliarden Euro für den Umbau auszugeben – doch diese Zahlen zeigen, wie wenig die versprochenen Importersparnisse in der Realität tatsächlich sind.

Die EU-Kommission verliert somit das Vertrauen in den freien Markt und richtet stattdessen den Verbrauch an das Stromnetz aus. Bürger und Unternehmen sollen den Umbau finanzieren, Heizungen austauschen und sich anschließend darauf verlassen, wann das System Strom bereitstellt – ein Prozess, der nicht durch technologische Innovationen, sondern durch politischen Zwang umgesetzt wird.