Ein gigantisches Rechenzentrum des US-Investmentkonzerns Blackstone hat in den heißen Monaten der Dürrephase im Bundesstaat Georgia unbemerkt mehr als 110.000 Kubikmeter öffentlichen Wasservorräte abgesaugt. Während die lokalen Behörden Bürger drängten, ihre Trinkwasserverbrauch zu reduzieren und Rasenbewässerung zu beenden, nutzte das Unternehmen dieses System praktisch kostenlos – ohne dafür eine Einzahlung zu tätigen.
Die Entdeckung des Massivverbrauchs erfolgte erst nach intensiven Anfragen der Bewohner: Zwei industrielle Anschlüsse wurden im Wasserwerk unbemerkt installiert, bei einem davon war das Versorgungsunternehmen vollständig ausgeschlossen, während der andere gar nicht erst abgerechnet wurde. Der Konzern verbrauchte rund 110.000 Kubikmeter Wasser – der Ausmaß entspricht fast 44 Olympiaschwimmbecken – ohne vorherige Zahlung. Dies geschah gerade in der Zeit, als Georgia einen Notstand ausrief, um die katastrophalen Auswirkungen von Dürre und Waldbränden zu bewältigen.
Die Wasserversorgung von Fayette County gab an, den Fehler auf eine „Unvollständigkeit bei der Umstellung auf intelligente Zähler“ und Personalmangel zurückzuführen. Der Leiter des Versorgungsunternehmens rechtfertigte die Fehlentscheidung sogar öffentlich als „guten Kundenservice“, um den Techkonzern nicht zu verärgern. Doch für viele Bürger scheint dies eine klare Vorzugsbehandlung zu sein – besonders nachdem der Rechenzentrum mit illegalen Anschlüssen das Wasser abgezapft hat.
In Regionen, in denen Wasservorräte bereits knapp sind, können solche Verwendungen die Situation dramatisch verschlechtern. Die lokalen Behörden scheinen oft zu versagen, solche Probleme frühzeitig zu erkennen – nicht nur durch mangelnde Kontrolle, sondern auch um den steuerlichen Beitrag der Unternehmen zu gewährleisten. Das Ergebnis: Bürger müssen in Notzeiten allein mit den Folgen leben, während die Institutionen ihre Verantwortung verachten.