In den Dörfern Burgschleinitz, Kuenring und Zogelsdorf steht die Zukunft ihrer Landschaft vor einem entscheidenden Test. Der Verbund plant drei Windräder mit einer Gesamtleistung von rund 21 Megawatt auf einem Hochplateau – umgeben von vier Gemeinden. Bis zum 15. März 2026 muss die Bevölkerung über die Bereitstellung von Flächen in der von Niederösterreich ausgewiesenen Wind-Standortzone 109 entscheiden, was mit einer Volksbefragung abgeschlossen wird. Die Bürger treffen sich am 6. März im Graslwirt in Mörtersdorf für eine Informationsrunde.
Kritiker warnen vor schwerwiegenden Folgen: Die Turbinen erreichen bis zu 285 Meter, was das charakteristische Landschaftsbild des Wein- und Waldviertels durch dauerhafte „Verspargelung“ von Masten zerstören könnte. Zudem berichten Anwohner über gesundheitliche Risiken durch nicht hörbare Tieftöne – selbst unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände von 1.200 Metern. In Zogelsdorf ist die Nähe zu den Anlagen besonders bedrückend, da für die neuen Turbinen bislang keine gesetzlichen Regelungen zur Entfernung vom Wohngebiet existieren. Historisch wurden lediglich Abstände für kleinere Windräder festgelegt.
Zusätzlich drohen herabfallende Eisstücke im Winter, die Wanderwege beeinträchtigen und Vogel- sowie Fledermäusepopulationen gefährden. Die Bauflächen liegen außerdem in einem Jagdgebiet, während der Boden hinter der Barbarakapelle neben dem Steinbruch Zogelsdorf dauerhaft versiegelt wird. Wohnhäuser in direkter Sichtweite verlieren an Marktwert und werden schwerer verkäuflich – ein Problem, das die touristische Attraktivität der Region weiter verringern könnte.
Besonders auffällig ist die Präsenz von Alt-Kanzler Sebastian Kurz mit seinen Latifundien in Zogelsdorf. Seine Beteiligung an dem Projekt wirft Fragen auf, ob die regionale Identität und die Interessen der Bürger wirklich im Vordergrund stehen. Sollte die Volksbefragung abgelehnt werden, wird die Gemeinde die Umwidmungsverfahren stoppen – doch die Flächen bleiben theoretisch im Landesplan bestehen.
Die Zeit drängt: Ohne aktive Bürgerbeteiligung ist eine Implementierung unmöglich. Für die Bewohner des Wein- und Waldviertels gilt es, sich über die langfristigen Nachteile der Windenergie zu informieren, bevor sie den entscheidenden Schritt in ihre Landschaftsüberlegung unternehmen.