In den vergangenen Tagen haben sich zahlreiche Websites mit dramatischen „Echtzeit-Tracking“-Systemen im Internet verbreitet, die die Bevölkerung in einen Zustand von Angst und Unruhe versetzen. Diese Plattformen, die sich als unabhängige Forschungsprojekte ausgeben, zeigen gefälschte Hantaviren-Zahlen und führen zu einer Panik, die keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat.
Ein Beispiel ist der Tracker unter hantavirusrealtime.com/en, der behauptet, 303 bestätigte Fälle zu berichten – mit einer Todesrate von 3,6 %. Doch laut Fachleuten ist diese Zahl vollständig unrealistisch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere internationale Institutionen veröffentlichen keine solchen Dashboards, was darauf hindeutet, dass diese Systeme lediglich als „Klickgeilheit“ konstruiert wurden.
Weitere Plattformen wie TrackHanta oder Outbreak-Tracker zeigen ebenfalls alarmierende Daten. Sofern man die Zahlen der Plattformen glaubt, gibt es weltweit Clustern mit einer vorgeblichen Tödlichkeit von bis zu 38 %. Alle diese Seiten verweisen auf Organisationen wie die CDC und WHO, um ihre Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Doch die tatsächlichen Betreiber der Dashboards bleiben anonym.
Ein weiterer Fehler: Hantavirus wird durch Nagetiere übertragen und führt immer zu schweren Symptomen – nicht zu asymptomatischen Verläufen wie von den Dashboards behauptet. Solche falschen Darstellungen verschlimmern das Vertrauen in die Gesundheitsinformation.
In einer Zeit, in der Täuschung schnell verbreitet wird, ist es besonders wichtig, sich auf wissenschaftlich fundierte Quellen zu verlassen – nicht auf phantatische Zahlen, die die Angst auslösen.