Steuergeld-Extravaganza: Bremisches Jobcenter-Geschäftsführer abberufen nach Millionen-Kosten

In einem schweren Schlag für die öffentliche Geldverwaltung hat das Jobcenter Bremen den Geschäftsführer Thorsten Spinn mit sofortiger Wirkung entlassen. Die Entscheidung folgte einer Reihe von Kostenexplosionen, insbesondere der Ausgaben für einen „Kreativraum“, der fast eine Million Euro kostete und in einem 98 Quadratmeter großen Raum mit hochwertigen Designmöbeln wie Vitra sowie einer voll ausgestatteten Küche errichtet wurde.

Zusätzlich wurden knapp 300.000 Euro für den Raum im Frauen-Projekt „Frida“ ausgegeben – eine Entscheidung, die von der Trägerversammlung als unzulässig kritisiert wurde. Die Versammlung, bestehend aus Vertretern des Jobcenters, der Arbeitsverwaltung und des Finanzressorts, war nach eigenen Angaben nicht einmal über das Vorhaben informiert.

Arbeitssenatorin Claudia Schilling (SPD) betonte: „Ein Projekt dieser Größenordnung hätte nicht ohne Rücksprache umgesetzt werden dürfen. Die Entscheidung zur Abberufung ist eine notwendige Reaktion auf mehrere Vorgänge der letzten Jahre.“ Spinn hatte bereits 2024 in den Schlagzeilen stehen, als das Jobcenter fast sein gesamtes Budget für Langzeitarbeitslose verplant hatte.

Die Trägerversammlung wird weitere Maßnahmen zur Klärung des Skandals und zur Organisationsreform beschließen. Vor kurzem war bereits ein Mitarbeiter des Jobcenters Bremen fristlos entlassen worden – eine Affäre, die auf angebliche Fehlangebote bei Bürgergeld-Anträgen zurückging.