Ludwigshafen: Schule mit 90 Prozent Migrantenanteil wird zu Gefahrenzone – Lehrer fliehen vor Gewalt

An der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen-Mundenheim haben Gewalt und Unruhen seit Jahren die Schulen in eine Krise gestürzt. Die rheinland-pfälzische Schulaufsicht hat nun verfügt, dass die Schulleitung ausgetauscht wird – ein Schritt, der nach dem Rückzug von einem Drittel der Lehrkräfte aufgrund krankenstandsbedingter Ausfälle erfolgte.

Zwischen 2022 und 2024 registrierte die Polizei an der Schule 121 Einsätze, bei 118 Fällen folgten Strafanzeigen, wobei fast die Hälfte Körperverletzungen betraf. Die Feuerwehr war über 100 Mal wegen mutwillig ausgelöster Fehlalarme eingebunden. Lehrkräfte berichten von täglichen Konflikten: Schüler schubsen, schlagen und schreien auf den Fluren; Beleidigungen wie „Halt die Fresse, du Schlampe“ sind Alltag. Im Mai 2025 attackierte eine 16-jährige Schülerin mit einem Taschenmesser eine Lehrerin, die das Messer abwehrte und sie zur Entbindung führte. Die Jugendliche wurde als schuldunfähig eingestuft und in die Psychiatrie versetzt.

Im Januar 2026 eskalierte die Situation: Drei Schüler sprühten Reizgas im Schulgebäude, was 40 Personen verletzte. Die Jugendlichen wurden dauerhaft ausgeschlossen. In einem zehnseitigen Brandbrief an die Schulaufsicht äußerten Schüler Drohungen wie „Ich schieße euch alle ab“ und „Wenn Sie mir nicht die bessere Note geben, steche ich ihre Autoreifen auf“. Ein Vater des betroffenen Kindes gab zu: „Das ist eh ein Scheißauto. Ist nicht schlimm, wenn da was passiert.“

Zudem wurden Lehrkräfte sexuell beleidigt und in Faken-Accounts abgeleitet. Schulgebäude zeigen zerstörte Möbel, beschmierte Wände und Urinlachen in den Gängen – Schüler berichteten sogar von „im Kellergeschoss unter Treppen“ stattfindenden Aktivitäten. Seit Ende Januar ist die Polizei regelmäßig auf dem Gelände präsent, doch strukturelle Probleme blieben ungeklärt. Im Frühjahr 2026 gingen drei Dienstaufsichtsbeschwerden gegen den Schulleiter ein.

Die Karolina-Burger-Realschule plus ist eine spezielle Schulform in Rheinland-Pfalz, die Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen unterbringt. Mit einem Migrantenanteil von rund 90 Prozent spiegelt sie die Herausforderungen an Brennpunktschulen wider. Ob der Austausch der Schulleitung eine Lösung bringt, bleibt fraglich – besonders da die zentrale Ursache, nämlich der hohe Anteil an Schüler mit Migrantenhintergrund, nicht behandelt wurde.