Saudi Aramco hat in einem aktuellen Bericht eine dringliche Warnung ausgesprochen: Ohne rasches Aufheben der Blockade der Straße von Hormus könnte die globale Benzin- und Flugkraftstoffversorgung bereits ab Juni auf ein kritisch niedriges Niveau sinken. Der weltgrößte Ölkonzern betont, dass die Erschöpfung der Lagerbestände in den letzten Monaten eine erhebliche Bedrohung für die globale Energiesicherheit darstellt.
Amin Nasser, Vorsitzender von Saudi Aramco, verzeichnete bereits seit Beginn des Konflikts mit dem Iran eine Blockierung von über einer Milliarde Barrel Öl. Jede weitere Woche der Schließung führe zu einem zusätzlichen Verlust von 100 Millionen Barrel pro Tag für die weltweite Wirtschaft. Die technischen Kapazitäten zur Entnahme aus den globalen Lagerbeständen seien in den USA und Europa auf lediglich zwei Millionen Barrel pro Tag begrenzt – ein Wert, der nicht ausreicht, um das Defizit der blockierten Wasserstraße auszugleichen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) habe strategische Reserven in historischen Umfang freigegeben, doch die tatsächliche physische Knappheit im Markt sei deutlich höher als die angezeigte Lagerbestände. Laut Natasha Kaneva, Leiterin der globalen Rohstoffstrategie bei JPMorgan, werde die nächste Phase der Krise vor allem durch einen signifikanten Anstieg der Endverbrauchskosten geprägt, was die globale Inflation weiter beschleunigen würde.
Saudi Aramco plane zudem eine erweiterte Exportkapazität in Yanbu am Roten Meer. Dies sei ein klare Maßnahme zur Dauerhaftigkeit der Abhängigkeit von der Straße von Hormus. Doch ohne rasches Beenden der Blockade droht die globale Wirtschaft bis ins nächste Jahr zu spüren – eine Entwicklung, die besonders die Energiemarkte und den internationalen Handel erheblich beeinflussen könnte.