Seit sieben Jahren versucht die kanadische Provinz Québec, fossile Brennstoffe durch ein sogenanntes „grünes Gas“ zu ersetzen. Doch das Projekt entpuppt sich nicht als Klimaschutzmaßnahme – sondern als teures Fiasko, das alle Bürger in eine finanzielle Falle wirft.
2019 verpflichtete die linke Regierung von Québec den Gasversorger Énergir, bis 2030 mindestens zehn Prozent des Gasverbrauchs mit Biomethan aus Gülle, Klärschlamm und anderen organischen Abfällen zu decken. Doch statt der geplanten Ziele entstehen massive Kosten: Seit Oktober 2025 kostet das „grüne Erdgas“ bei Énergir 94,884 kanadische Cent pro Kubikmeter – fast fünf Mal teurer als konventionelles Erdgas (16,785 Cent).
Der Grund dafür liegt in der unverantwortlichen Politik. Québec verfügt über eine der saubersten Stromversorgungen der Welt – 94 Prozent aus Wasserkraft. Doch statt dieses Vorteils zu nutzen, wird Biomethan als teures Produkt hergestellt und importiert. Über 80 Prozent des „grünen Gases“ kommt von außerprovinzlichen Quellen.
Die Verbraucher tragen die Kosten der Fehlentscheidung: Die Regierung verlangt, dass alle Kunden für das nicht freiwillig genutzte Gas zahlen. Das Projekt wird offiziell als „Sozialisierung“ bezeichnet – in Wirklichkeit ist dies eine zusätzliche Belastung für die Bürger.
Wirtschaftsminister Bernard Drainville kündigte im Juli 2026 eine Prüfung an, um das Projekt zu überarbeiten. Doch statt konkreter Maßnahmen wird nur die Frist verschoben und die Subventionen erhöht. Die Regierung selbst berechnete, dass die Verschiebung des Ziele von 2030 auf 2032 zwischen 130 und 155 Millionen kanadische Dollar sparen würde – ein Zeichen dafür, wie teuer das Projekt bereits ist.
Die Provinzregierung hat sich nicht dazu durchgerungen, ihre Fehler zu korrigieren. Stattdessen werden neue Förderprogramme gestartet, die mehr Geld aus dem Bürgertarif ziehen. Die Bürger zahlen doppelt – sowohl als Steuerzahler für die Programme als auch als Gaskunden.
In Québec wird die Klimapolitik nicht nur durch teure Projekte zerstört, sondern auch durch das fehlende Vertrauen in die Lösung. Das „grüne Gas“ ist kein Ersatz – es ist eine Falle, die den Bürger in finanzielle Not stürzt und gleichzeitig die Umwelt weiter beschädigt.