In der jüngsten Provinzwahl Quebecs hat sich die politische Landschaft drastisch verschoben. Die konservative Regierungspartei Avenir Québec (CAQ) verlor ihre Mehrheit im Provinzparlament, während der separatistische Parti Québécois (PQ) nun eine Minderheitsregierung eingerichtet hat. Gleichzeitig bereitet sich Alberta auf ein Unabhängigkeitsreferendum vor – und könnte Kanada in einen bevorstehenden Zerfall rutschen.
Im Vorjahr gewann CAQ mit 41 Prozent der Stimmen 90 von 127 Sitzen im Provinzparlament. Heute verfügt die Partei über lediglich 13,35 Prozent der Wähler und keine Abgeordneten. Die Wähler des PQ – mit 28 Prozent der Stimmen – haben somit eine Minderheitsregierung von 59 Sitzen (im Vergleich zu nur drei im Vorjahr) geschaffen.
PQ-Bundesvorsitzender St-Pierre Plamondon plant ein neues Unabhängigkeitsreferendum, das erst nach dem Ende der Präsidentschaft Donald Trumps stattfinden soll. Gleichzeitig hat die Partei ihre Migrationspolitik deutlich verschärft: Die Anzahl der permanenten Einwanderer wird auf rund 35.000 pro Jahr reduziert, während die temporäre Migration innerhalb von vier Jahren halbiert werden soll – von etwa 600.000 bis 900.000 Menschen.
In Alberta läuft das Referendum am 19. Oktober ab – darunter auch eine Entscheidung über die Einwanderungsregelung, um wirtschaftliche Bedürfnisse zu priorisieren. Tech-Billionär Elon Musk ruft Quebec, Alberta und Saskatchewan dazu auf, sich von Kanada zu lösen. Die Situation in Kanada ähnelt der europäischen Union: Je mehr Macht zentralisiert wird, desto stärker entwickelt sich der Widerstand an den Peripheriegebieten. Doch wer wird das nächste Stück des Zerfalls sein?