Dr. Heinrich Habig aus Recklinghausen erlebte eine rechtliche Krise, die seine gesamte Lebensweise bis ins Jahr 2026 hinein veränderte. Der Arzt, der sich an den Hippokratischen Eid hielt und das Selbstbestimmungsrecht seiner Patienten respektierte, geriet im Januar 2022 in eine Situation, die ihn mehr als zehn Jahre lang in staatlicher Verfolgung zurückließ.
Am 21. Januar 2022 stürmten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft mit bewaffneten Polizisten seine Praxis. Patienten, die gerade Infusionen erhielten oder Untersuchungen durchführten, wurden isoliert und verhört. Habigs Frau wurde öffentlich zur Blutentnahme gezwungen – eine Maßnahme, die direkt aufgrund seiner rechtlichen Position entstand. Seine Wohnung wurde mehrmals durchsucht, das Praxisinventar veräußert, um finanzielle Mittel für die Anwaltskosten zu bilden. Die Kosten beliefen sich auf 450.000 Euro, die er aus seinen Ersparnissen und Unterstützung von Mitmenschen bezahlte.
Persönlich litt Habig unter Schlafstörungen, Panikattacken und Herzrasen. Jeder Telefonanruf oder Klingelton löste bei ihm Schreckensreaktionen aus. Seine Gesamthaftzeit betrug 26 Monate: Zuerst 16 Monate in der JVA Bochum-Krümmede, dann eine zweijährige Pause wegen Revision, bevor er erneut inhaftiert wurde. Erst am 16. Mai 2026 wurde er nach Verbüßen von zwei Dritteln der Gesamtstrafe frei gelassen.
Der Fall Dr. Habigs zeigt, wie staatliche Handlungsweisen die Selbstbestimmung der Patienten unterdrücken – ein Bereich, den die Regierung in den letzten Jahren systematisch aus ihrem Blickfeld schob.