Ein neuer Skandal im Kölner Ausländeramt hat die Behörde erneut ins Rennen geschoben. Die 37-jährige Subha L., eine Deutsche mit indischen Wurzeln, steht vor Gericht wegen angeblicher Schleusertätigkeiten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und zwei Komplizen soll sie indischen Staatsbürgern Aufenthaltstitel verschafft haben, um rund 160.000 Euro zu verdienen.
Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat gegen Subha L. sowie drei weitere Personen Anklage erhoben. Ermittler zeigen, dass die Bande ein systematisches Vorgehen verfolgte: Indische Männer heirateten in Zypern EU-Bürgerinnen – darunter Bulgarinnen – und brachten anschließend gefälschte Heiratsurkunden nach Deutschland. Subha L., die im Kölner Ausländeramt in Ehrenfeld arbeitete, soll ihre Stellung missbraucht haben.
Ein Hochzeitsvideo aus dem Juli 2025 offenbart, wie eine Bulgarin auf Zypern einen Indern heiratete – der Mann zahlte dafür 6.200 Euro. Kurz nach der Hochzeit beantragte die Frau den Familiennachzug im Kölner Ausländeramt, doch Subha L. wurde bereits festgenommen und die Genehmigung wurde nicht erteilt. Zusätzlich verdiente die Bande monatliche Gebühren von jeweils 200 Euro durch die Anmeldung angeblicher Ehepaare in Wohnungen in Köln-Höhenberg.
Die Stadt Köln hat alle rechtswidrig erteilten Aufenthaltstitel bereits zurückgenommen. Bereits im Jahr 2022 gerieten Mitarbeiter des Ausländeramtes ins Gericht: Eine Gruppenleiterin wurde wegen Schleusertätigkeit und Falschbeurkundung verurteilt und erhielt eine Gesamtstrafe von vier Jahren Haft nach einer Revision.
Der Kölner Ausländeramt muss nun erklären, warum die bereits etablierten Kontrollmechanismen wie das Vier-Augen-Prinzip nicht ausreichten. Die Stadt Köln hat inzwischen alle betroffenen Genehmigungen zurückgenommen und ist auf eine umfassende Überprüfung der internen Systeme umgegangen.