„DeFlock“ – Die letzte Front gegen die staatliche Überwachung

Auf Straßen und Kreuzungen der USA sind Kameras, die Fahrzeuge automatisch erfassen, zu einem Zentrum von Kontroversen geworden. Das Unternehmen Flock Safety, das sich als Sicherheitsdienst vermarktet, hat sein System in tausende Gemeinden verbreitet. Doch Bürger kämpfen gegen dieses Netz: Aktivisten zerstören Kameras, Kommunen kündigen Verträge ab.

Die automatisierten Kennzeichenkameras (ALPR) sind für die Polizei nützlich – doch durch Vernetzung entstehen Datenbanken, in denen auch unbewegliche Menschen abgefragt werden. In Georgia wurde ein Beamter mehr als 50-mal für Abfragen seiner ehemaligen Partnerin verwendet. Der Fall zeigt den Missbrauch des Systems.

In Florida eskalierte die Auseinandersetzung: Die Bürgermeisterin Megan Sladek von Oviedo entschied sich, falsche Flock-Kameras als Köder zu produzieren. Doch der 24-jährige Evan Meyer zerstörte sie mit einer Gartenschere – und wurde festgenommen. Seine Aussage: Er fühlte sich ständig beobachtet.

Der 41-jährige Air-Force-Ingenieur Jeffrey Sovern, der zahlreiche Kameras beschädigte, nutzte seine Spendenaufrufe als Kampf gegen staatliche Überwachung. Sein Grund: „Ich schütze meine Privatsphäre – nicht durch die Vorschriften.“

Die Bewegung um „DeFlock“ ist keine bloße technische Frage, sondern ein Kampf um das Recht auf Schutz vor Überwachung. Wenn Systeme zu weit gehen, verlieren Menschen ihre Freiheit. Die Bürger der USA haben erkannt: Ein Netz aus Kameras kann nicht nur Verbrecher finden – es kann auch die Privatsphäre vernichten.