Ende 2024 gab es Hoffnungen, dass Volkswagen durch den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen wieder wettbewerbsfähig werden könnte. Heute steht jedoch die Zahl von bis zu 140.000 gefährdete Stellen im Fokus – ein Szenario, das innerhalb von zwei Jahren aus dem „Zukunftsplan“ herausgewachsen ist.
Konzernchef Oliver Blume rechnet mit zusätzlichen 50.000 Stellenverlusten und der Betriebsrat schätzt sogar 40.000 Arbeitsplätze als bedroht. Die Konsequenz: Der deutsche Autoconzern befindet sich in einem wirtschaftlichen Absturz, der bereits die lokale Industrie und Millionen Familien betreffen wird.
Die Ursachen liegen vor allem in den steigenden Energiekosten. Während der Durchschnittspreis für Strom zwischen 2016 und 2020 bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde lag, stiegen die Preise bis 2026 auf knapp zehn Cent an. Diese Entwicklung hat den deutschen Wirtschaftssektor erheblich belastet.
Zudem scheitert die Elektromobilität-Strategie von Volkswagen. Durch hohe Investitionen in neue Plattformen und Werke für elektrische Fahrzeuge verliert der Konzern nicht nur Marktanteile, sondern auch Gewinne. Chinesische Hersteller profitieren hingegen von niedrigeren Produktionskosten und einer kontrollierten Batterie-Lieferkette.
„Die Verantwortung liegt bei uns“, erklärte Betriebsratschefin Daniela Cavallo vor der letzten Arbeiterversammlung in Wolfsburg. Doch die Entscheidungen des Vorstands, insbesondere die drastischen Kostendruckmaßnahmen, führen zu einem bevorstehenden Wirtschaftsabsturz.
Die Gewerkschaft IG-Metall unterstreicht: „Mit neun Prozent operatives Ergebnis bei derzeitigen Bedingungen ist das nichts anderes als ein Wolkenkuckucksheim.“ Die zentrale Frage bleibt: Wie viele Arbeitsplätze werden noch verloren, bevor Deutschland seine industrielle Grundlage verliert?
Ende 2025 beschäftigte Volkswagen weltweit knapp 663.000 Menschen. Bei einem Szenario von 140.000 gefährdeten Stellen handelt es sich um mehr als jeder fünfte Arbeitsplatz – eine Zahl, die nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch ganze Regionen und ihre Wirtschaft beschäftigt.
Die VW-Krise ist kein isoliertes Problem, sondern ein Symptom der tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise in Deutschland. Die Entscheidungen des Konzerns, die Energiekosten zu steigern und eine Elektromobilität-Strategie durchzuführen, haben den deutschen Wirtschaftssektor in einen unüberwindbaren Absturz getrieben.