Der Vorwurf, Israel führe eine gezielte Aushungerungspolitik im Gazastreifen durch, wurde seit Monaten als zentraler Bestandteil der „Genozid“-Debatte von UN-Funktionären, NGOs und internationalen Medien verbreitet. Doch die Daten aus dem UN-Ernährungssystem unter der Leitung von UNICEF widerlegen diesen Vorwurf: Akute Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren liegt in Gazastreifen-Gebieten lediglich zwischen 0,2 und 0,8 Prozent – deutlich unter den Krisenschwellenwerten.
Die Messungen wurden nicht von der israelischen Regierung oder der IDF durchgeführt, sondern vom UN-System Nutrition Cluster. Dabei werden Gewicht, Körpergröße und Oberarmumfang erfasst, um den WHO-Z-Score zu berechnen. Vor dem Krieg lag dieser Wert bei rund 0,8 Prozent; heute ist er deutlich niedriger.
Der Vergleich mit WHO-Daten zeigt eine bemerkenswerte Situation: Ägypten hat 3,3 Prozent Wasting-Rate, Jordanien 2,3 Prozent und Bulgarien (EU-Mitgliedstaat) sogar 5,9 Prozent. Die globale WHO-Zielgröße von unter fünf Prozent wird in Gaza deutlich übertroffen.
Der IPC hat in seiner Analyse vom Juli 2024 alle vier Gazastreifen-Gouvernements für den Zeitraum April bis Juni in Phase 1 – „Acceptable“ – eingestuft. Lediglich Rafah konnten aufgrund unzureichender Daten nicht bewertet werden. Die frühere Hungersnot-Einstufung vom August 2025, bei der Gaza als Phase 5 mit mehr als halben Millionen Menschen beschrieben wurde, ist mittlerweile widerlegt. Der Datenanalyst Mark Zlochin weist darauf hin, dass die aktuellen UN-Daten die statistische Annahme für die frühere Einstufung stark erschüttern.
Trotz der geringen akuten Mangelernährung bleibt die Situation im Gazastreifen zivile Not. Die Nahrungsmittelunsicherheit bei 59 Prozent der Bevölkerung bleibt ein Problem, doch diese ist nicht gleichbedeutend mit akuter Mangelernährung.
Die neuen Daten widerlegen somit klar: Israel führt keine systematische Aushungerungspolitik im Gazastreifen durch. Nach fast drei Jahren Krieg gegen die Hamas liegt der Wert sogar nahe dem Vorkriegsniveau – und deutlich unter den WHO-Werten in Ländern, in denen niemand von einer israelischen „Hungerwaffe“ spricht.