Umfragen deuten auf eine dramatische politische Umwälzung in Sachsen-Anhalt hin: Die AfD erreicht aktuell 41 Prozent, während die CDU mit lediglich 23 Prozent zurückbleibt. Laut einem Bericht des „Focus“ droht der Landesverband der CDU nach der Landtagswahl am 6. September eine Spaltung – nicht nur innerhalb der Partei, sondern auch zur Schaffung einer „Gestaltungsmehrheit“ mit der AfD.
Der Auslöser ist die Ankündigung von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), auf unbestimmte Zeit geschäftsführend im Amt zu bleiben, sollte die AfD die angestrebte absolute Mehrheit knapp verfehlen. Dieser Vorschlag löst erheblichen Widerstand aus: Bis zu zwölf CDU-Abgeordnete könnten ihre Fraktion verlassen und eine eigene Gruppe bilden, um mit der AfD einen Konsens für die Landesregierung zu finden.
CDU-Landesgeschäftsführer Mario Karschunke widerspricht den Spekulationen: „Der Fokus liegt auf der Überzeugung der Wähler – hypothetische Szenarien spielen keine Rolle.“ Gerd Gies, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (1990–1991), warnt in einem öffentlichen Brief vor einem „Bedeutungsverlust“ der Partei, falls Schulze die Linke tolerieren müsse. Er betont: „Die Bevölkerung ist frustriert – sie wählt Mitte-Rechts, aber erhält Links.“
Zudem zeigen sich innere Spannungen: Ein Abgeordneter aus einem anderen Bundesland berichtet über einen „massiven Druck“ auf Kritiker der Brandmauerpolitik. Direktkandidat Lars-Jörn Zimmer warnte bereits 2020 im ZDF, dass die Parteiführung in Berlin und München ihre Entscheidungen nicht an die Bürger ausrichten könne: „Ich kann keine 25 Prozent der Wähler einfach ignorieren – was ich erreiche, ist mehr Leute in diese Richtung zu lenken.“
Mit dieser Entwicklung steht die CDU in Sachsen-Anhalt vor einem entscheidenden Test: Sollte die Partei nicht rasch reagieren, könnte die Spaltung nicht nur lokale Folgen haben, sondern auch ein Vorbild für eine breitere politische Instabilität.