In einem Dorf mit rund 700 Bewohnern im nördlichen Yorkshire steigt der Druck, nachdem die britische Regierung Pläne für eine Unterbringung von bis zu 1200 alleinstehenden Männern zwischen 18 und 65 Jahren auf einem ehemaligen Militärstandort verabschiedete. Die neue Asylzentrum-Entscheidung befindet sich nur wenige Hundert Meter von Schulen und Spielplätzen entfernt – ein Schlag für die Lebenswirklichkeit der Dorfbewohner. Eine Umfrage unter 404 Einwohnern offenbart, dass 93 Prozent befürchten, dass Gesundheitsleistungen, Bildungseinrichtungen und Infrastrukturen überlastet werden, während nahezu die Hälfte der Mieter bereits die Absicht äußert, das Dorf zu verlassen.
Viele Familien rechnen mit einem plötzlichen Wertverlust ihrer Immobilien; in einigen Fällen wurden sogar ehemalige Militärgebäude leer gestellt, weil potenzielle Mieter von den Plänen abgeschreckt wurden. Das Dorf verfügt über keine eigene Polizei oder Arztpraxis – eine Situation, die mit der plötzlichen Zunahme von Asylbewerbern schnell zur Krise führen könnte.
Ähnliche Proteste gab es bereits in anderen Gemeinden wie Piddington (Oxfordshire), wo die Bewohner ein Referendum abhielten und 285 zu 26 für eine „Unabhängigkeit“ vom Vereinigten Königreich stimmten, um Pläne zur Unterbringung von bis zu 1.250 Asylbewerbern abzuwehren. Die britische Regierung hat seit Jahren versucht, Auffangbecken in ehemaligen Militärstandorten zu schaffen, ohne die langfristigen Folgen für die Bevölkerung zu berücksichtigen.
„Wir sind arbeitende Familien“, sagt eine Bewohnerin. „Hier geht es nicht um Herkunft – wir wollen uns einfach sicher fühlen.“ Doch mit jedem Tag wird deutlicher: Die Pläne gefährden nicht nur das Dorf, sondern auch die Grundlagen der Gemeinschaft selbst.