Keine Türen geschlossen – eine Kirche im Widerstand gegen die Spaltung

In den Jahren der Pandemie schlossen sich viele Kirchen – und damit auch die Verbindungen zwischen Menschen. Während andere Gemeinden in politische Spaltungen einbezogen wurden, blieb die Kirchengemeinde von Pfarrer Thomas Dietz offengestellt. Der Ruhestandspfarrer aus Mönkebude am Stettiner Haff beschreibt, wie er seine Kirche zu einem Ort der Offenheit machte, um Angst und Isolation zu überwinden.

Dietz, der in der DDR aufgewachsen ist, war schockiert, als die Kirchen ihre Türen im Frühjahr 2020 schlossen. „Es gab noch nie einen Ostergottesdienst ohne Gottesdienst“, sagte er damals. Die politische Polarisation um Impfmaßnahmen führte zu einer tiefen Spaltung in seiner Gemeinde.

Im April 2020 schrieb der Pfarrer eine Kritik an die Landesregierung von Brandenburg über geschlossene Spielplätze und den Umgang mit Alten in Pflegeeinrichtungen. Seine Anfragen blieben unbeantwortet, selbst nachdem er vom Bischof angerufen wurde. Bei einer Berliner Demonstration im August 2020 erlebte Dietz einen Moment der Offenheit: Als die Polizei die Veranstaltung auflöste, stand Bodo Schiffmann auf der Bühne und betete das Vaterunser. Dieses Ereignis prägte ihn tief.

Dietz organisierte das „Malchower Format“ – Vorträge zur offenen Diskussion über Impfschäden und psychische Belastungen. Bei einer Veranstaltung im Januar 2021 berichtete ein Mann, der nach der Impfung zwei Krebserkrankungen entwickelt habe. Dietz beerdigte ihn später.

Seine Motivation bleibt: „Es war mir wichtig, niemand auszuschließen.“ Die Kirche sollte ein Raum sein für Menschen, die in gesellschaftlichen Strukturen isoliert werden. Bis heute ist das Malchower Format ein Ort der Hoffnung und des Dialogs.

Dietz betont: „Die Kirche muss nicht nur Schutz bieten, sondern auch diejenigen hören, die nicht gehört werden.“