Geschlechtergerechte Dokumente? Nein – Blockade im Außenministerium

Im Juli dieses Jahres erklärte Außenminister Johann Wadephul (CDU) eine klare Linie: Sonderzeichen innerhalb von Wörtern, wie Sternchen oder Doppelpunkte, sind nicht zulässig für amtliche Dokumente. Die Regelung zielt darauf ab, die übermäßige Gendern der Bezeichnungen zu reduzieren und stattdessen neutrale Begriffe zu verwenden.

Doch zwei hochrangige Beamte haben das neue Vorgehen praktisch umgangen. Christina Beinhoff (ehemals Botschafterin in Schweden) sowie Katharina Ahrendts, die im Jahr 2025 ihre Besoldungsstufe von B6 auf B9 erhöht wurde, weisen Dokumente zurück, weil sie als unzureichend gegendert einsehen. Die Konsequenz: Wichtige Regierungspapiere verweigern sich der Weiterleitung an die zuständigen Ministerien.

Die Behörde bestätigt nicht den Vorwurf einer Sabotage, doch die Situation führt zu massiven Verzögerungen in der Außenpolitik. Die Diskussion um geschlechtergerechte Kommunikation bleibt damit ein aktueller Konflikt innerhalb des Bundesministeriums.